Copyright @ Heimatverein Helmste
heimatverein@helmste.de

Historie

   

   

   

Historische Modenschau

 

Uns Lütt Museum

 

Ansichtskarte Sandkrug 1902

 

Kaufmann Walter Klintworth 

Kurze Historie:

Urkundlich erwähnt wurde Helmste zum ersten Mal im Jahre 1141.

Zu dieser Zeit bestand der Ort wahrscheinlich aus einem Hof mit Namen "Helvesic". In weiteren Urkunden werden aber auch die Namen "Helvesse" oder "Hilvestat" erwähnt. Der ursprünglich aus dem Keltischen stammende Name veränderte sich so im Laufe der Geschichte etliche Male bis zum derzeitigen Dorfnamen.

                                      1358  Helfenze

                                      1362  Helvense

                                      1450  Helmenset

                                      1500  Helvensen

                                      1684  Helmsen

                                      1718  Helmst / Helmstedt

                                      1820  Helmste

1961 bekam die Gemeinde Helmste ein eigenes Wappen, wobei der obere Teil das Dorf Helmste symbolisiert und der untere Teil den Forstort Rüstje.

Seit 1972 gehört Helmste zur Samtgemeinde Fredenbeck und hat zur Zeit ca. 1140 Einwohner.

Der Heimatverein Helmste konnte im Oktober 2008 mit Unterstützung der Kreissparkasse Stade die aufgearbeitete Geschichte des Dorfes Helmste der Öffentlichkeit publizieren.

 

 

 

Helmster Sagen und Geschichten

tom För - Entstehung Helmste

Aus der Schulchronik (S. 1 – 3 )

Nach alten Überlieferungen soll das Dorf Helmste im Jahre 907, nach anderen 1037 entstanden sein.

Der erste Einwanderer soll tom För geheißen haben. Derselbe diente zeitweise bei einem Großen Graben (Grobian) an den Ufern des „freen Beck“, wozu Groß – und Klein Fredenbeck und die Deinster Mühle gehörten. Der Große hatte zwei Töchter, die älteste hieß Eike. Mit dieser unterhielt tom För ein Liebesverhältnis. Als der Große davon erfuhr, kündigte er tom För den Dienst und jagte ihn fort. Damit war aber das Liebesverhältnis nicht aufgehoben, sondern tom För kam in einer der nächsten Nächte und entführte seine Eike. Zur Wiedererlangung seiner Tochter schickte der Vater am anderen Tage seine Knechte aus, aber alle Mühe war vergebens. In seinem Kummer gelobte er, alle seine Pferde und Rinder seiner Tochter zu geben, wenn er sie wiederfände, sollte es auch tom För sein.

Doch darüber sollten mehrere Jahre verstreichen. Tom För und Eike wanderten in der Nacht vom „freen Beck“ gegen Osten und siedelten sich hier unter Eich– und Birkenbäumen an. Ein etwas freies Plätzchen soll sich in der Mitte des jetzigen Dorfes befunden haben. Hier baute sich tom För mit Hilfe der Entführten eine Erdhütte Sie nährten sich von Wild und von den Fischen des Steenbeck. Letzterer soll damals 41 Schritte breit gewesen sein.

Doch wurden tom För und Eike durch den Rauch, der von ihrer Hütte aufstieg, verraten. Der Große kam, fiel seiner Tochter um den Hals und bezahlte bald darauf seine Gelübde. Einige Zeit darauf starb der Große, und tom För sammelte sich Leute vom „freen Beck“, um sich ein Haus herzurichten und den Boden zu kultivieren.Eine gewisse Zeit des Tages wurde für tom För gearbeitet und die übrige Zeit für die Arbeiter, um auch sich ein Heim zu gründen.

An einem stürmischen Tage war tom För mit seinen Knechten beim Ausroden der Birken und Eichen beschäftigt. Ein Windstoß nahm einem der Arbeiter die Mütze vom Kopf. (Diese hatte er aus zwei Hasenfellen gemacht, und weil sie etwas hoch war, nannte er sie Helm ) Der Arbeiter rief: „Helm stah“.

Aus diesem „stah“ soll später „ste“ entstanden sein, also „Helmste“.

 

Der große Jochen

aus "Helmste - ein Geestdorf ezählt" (S.44)

Auf dem Gutshof  "Rüstje" diente einst ein riesig starker Knecht, der allgemein "der große Jochen" genannt wurde. Er war einmal auf dem Acker mit Pflügen beschäfigt, als ein Fremder zu ihm trat und ihn nach dem Weg zum Gutshof fragte. Jochen nahm den Pflug in die rechte Hand und zeigte so spielend in die Richtung des Hofes. Ohne ein Wort zu sagen machte der Fremde sich aus dm Staube.

Der "große Jochen" konnte sich mit dem herrschaftlichen Diener leider gar nicht verstehen. Die Zwietracht wuchs und wuchs. Eines Sonntags hüteten Jochen und der Diener das Haus, da die Herrschaft wahrscheinlich zur Kirche gefahren war. Da führte Jochen seinen lang gefassten grausigen Entschluß aus, nahm den schwächeren Diener kurzerhand unter den Arm und strebte mit ihm dem nahe gelegenen Schlickmoor zu. Dort ließ er ihn trotz des heftigen Sträubens, Flehens und Schreiens den grausamen Moortod sterben.

Niemand wagte, den starken Mann anzufassen. So blieb der Mörder zunächst unbestraft. Trotzdem ereilte ihn das gerechte Schicksal. Er verließ den Dienst in Rüstje und ging in Dienst nach Issendorf. Er kam jedoch des öfteren zurück nach Helmste in den Sandkrug und äußerte eines Tages am Ofen stehend den Satz, er müsse am 1. Mai sterben. Obgleich man das wohl für törichtes Geschwätz hielt, endete der "große Jochen" tatsächlich am 1. Mai durch Selbstmord.

Die Bevölkerung hielt ihn für einen "Teufelskerl", der mit dem Bösen im Bunde war.

     

Jacobitag

Schulchronik (S. 42/43) erzählt vom alten Sandkröger


In den Gemeinden Dollern, Helmste und Issendorf herrschte vor vielen Jahren eine schwere Seuche, die Menschen und Vieh dahinraffte. Es ist zwar nichts Bestimmtes darüber bekannt, auf welche Ursachen dieses Unheil zurückzuführen ist, noch wann dasselbe einsetzte. Außerdem steht nicht fest, in welcher der drei Gemeinden die Seuche am furchtbarsten wütete, und ob unter Menschen schlimmer als unterm Vieh. Vielleicht liegt ein Zusammenhang vor mit der im 30 jährigen Kriege wütenden Pest oder einer anderen Seuchenkrankheit wie Cholera oder Grippe, die wahrscheinlich unter diesen Namen nicht bekannt waren.

Es steht auch nicht fest, wie lange dieser Schrecken die Bewohner mit Trauer und Herzeleid erfüllte.

Doch endlich an einem schwülen Julitage (Jacobitag) brach ein schweres Gewitter über diese Gegend herein, von dem der Volksmund erzählte, der Blitz sei auf der Straße entlanggelaufen, doch ohne Schaden anzurichten. Nach dem Unwetter atmete man nicht nur auf, vor Hagel – und Blitzschaden bewahrt zu sein, sondern merkwürdigerweise hatte mit dem Tage auch die Seuche aufgehört.

Aus großer Dankbarkeit, von dem grausamen Übel erlöst zu sein, feierten die Bewohner einen Dankgottesdienst und beschlossen, den Jacobitag als kirchlichen Festtag für alle Zeiten festzuhalten An dieser Feier sollten nach Möglichkeit alle Einwohner, zum mindesten aber aus jedem Hause eine Person, teilnehmen. Der Geistliche und der Kantor, der mit den Chorknaben den Gesang zu leiten hatte, erhielten für ihre außerdienstliche Mühwaltung ein Doppelschilling.

(12 ½ Pfennig nach unserem Gelde umgerechnet – Ebel, 1921)

1826 schied die Gemeinde Dollern aus dem Kirchspiel Bargstedt aus und wurde in Horneburg eingepfarrt, zunächst mit den persönlichen Lasten und um 1900 etwa mit den dinglichen Lasten, wie Korn, Eier usw.

Seit 1826 feiern die Einwohner von Helmste und Issendorf nun allein den Jacobitag.